ReadyBoost legt Rechner lahm

28. März 2007 - Von BSt in Hilfe | Beitrag Seperat Öffnen

Mit ReadyBoost kann Flash-Speicher (zum Beispiel über USB-Memory-Sticks) als Speicher-Cache verwendet werden. Microsoft verspricht damit eine Steigerung der Performance, da das System bei zufälligen Schreib- und Lesevorgängen der Speicherverwaltung (Paging) schneller auf den Flash-Speicher und die dort abgelegten Speicherseiten zugreifen kann, als auf die Festplatte. Die Realität sieht jedoch anders aus: Viele Benutzer klagen über Leistungseinbußen und hohe Prozessorauslastung durch ReadyBoost.

Unser Leser panic teilte uns folgenden Schriftverkehr mit einem Händer mit, bei dem er einen als ReadyBoost-tauglich deklarierten USB-Stick erworben hatte.

Guten Tag,

Ich habe die Ware gestern nachmittag erhalten.

Alleiniger Kaufgrund für diesen USB-Stick war die propagierte Tatsache, dass er mit der Technologie "Ready-Boost" von MS Vista funktioniert.

Der Stick wurde von mir nach Erhalt sofort getestet, und zwar auf einem neuen System mit neuer Festplatte und MS Vista Ultimate, welches ich vorgestern installiert habe.

Leider ergaben die Ergebnisse nicht etwa die propagierte Leistungssteigerung, sondern das Gegenteil. War der USB-Stick angeschlossen, ergab sich eine permanente Prozessor-Auslastung von 35-80%, womit fast alle anspruchsvollen Anwendungen nicht mehr genutzt werden konnten, zumindest nicht zufriedenstellend. Musikdateien gingen in einen Stotterrhytmus über und Office- oder 3D-Anwednungen liefen wie unter Zeitlupe. Sobald der Stick entfernt wurde, ging die Auslastung auf das normale Niveau von 0-5% zurück und die Programme liefen wieder normal.

Bei Recherchen im Internet, bin ich auf den gängigen Foren auf zahlreiche User mit demselben Problem gestossen. Auf der Wikipedia habe ich folgende Beurteilung gefunden: "…. Repräsentative Tests zum Nutzen dieser Idee („ReadyBoost“) zeigen nur bei PCs mit weniger als 1 GB RAM einen spürbaren Vorteil. Erforderlich ist eine Laufwerksgröße von 256 MB."

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Solid_State_Disk

Alles in allem handelt es sich hierbei anscheinend nur um den Versuch, PCs mit wenig RAM "Vista-tauglich" zu machen, also primär die Modelle mit 512 MB. Dass jedoch bei PCs mit mehr als 1 GM RAM (wie auch bei meinem) kein Leistungsvorteil, sondern ein Leistungsnachteil entsteht, wird hier verschwiegen, und gutgläubige Benutzer werden dadurch hinters Licht geführt.

Ich bin mir sicher, dass für Sie diese Tatsache neu ist.

Sie werden sicherlich verstehen, dass ich von meinem Widerrufsrecht Gebrauch machen werde, da die Ware für mich die gewünschten Kriterien nicht erfüllt. Ich sende Ihnen die Ware nächste Woche zurück.

Bitte überweisen Sie mir den fälligen Betrag [...]

Hier noch einmal die wichtigsten Infos zu ReadyBoost:

- die Größe des Cache kann 256 MB bis 4 GB betragen
- das Verhältnis von RB-Cache und RAM sollte zwischen 1:1 bis 2.5:1 liegen
- die Mindestanforderung an das Medium für ReadyBoost ist ein Durchsatz von 2.5 MB/s für 4K zufällige Lesevorgänge und 1.75 MB/s für 512K zufällige Schreibvorgänge über die gesamte Größe - wichtig ist also die Performance der Random Reads/Writes über die gesamte Speichergröße, und nicht der Durchsatz der sequentiellen Schreib- und Lesevorgänge!

Ausführliche Informationen zu ReadyBoost bietet Daniel Melanchthon auf seinem Blog. Er zeigt auch, wie ein Gerät über die Kommandozeile auf ReadyBoost-Tauglichkeit geprüft werden kann:

- für Random 4k reads:
winsat.exe disk -read -ran -ransize 4096 -drive LAUFWERK

- für Random 512k writes:
winsat.exe disk -write -ran -ransize 524288 -drive LAUFWERK

LAUFWERK meint den Laufwerksbuchstaben. Dieser muss ohne Doppelpunkt angegeben werden.

Weitere Informationen:
ReadyBoost Q&A
Unter der Haube von ReadyBoost

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9 Kommentare

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1. Alphawolf Webseite des Users schrieb am 28. März 2007 um 10:24

Und ich habe das erst vor zwei Tagen einem Freund empfohlen, der sich einen neuen Fujitsu Siemens Laptop mit Home Premium und USB Stick gekauft hat…

Ich werde ihn mal fragen, ob es bei ihm zu Problemen gekommen ist.

2. Einste1n schrieb am 28. März 2007 um 14:57

häää ?
ich hab genau das gegenteil gehört … im normalen Betrieb, soll es zwar nichts bringen, aber zb. bei speicherintensiven Spielen wie Battlefield2 soll es richtig Power bringen.

3. BSt schrieb am 28. März 2007 um 17:25

Hier findet man eine schöne Kompatibilitätsliste.

4. inthehouse schrieb am 29. März 2007 um 14:22

@ All

hab das jetzt mal geprüft und ich muss sagen das sucked.
mit Readyboost hab ich bei mir immer 70 -100 % Proz last,
entferne ich das Readyboost Teil geht die last auf 0-3 % runter, hab das mehrfach getestet.
@Einstein ohne readyboost rockt BF2 besser, ist aber rein subjectiv.

5. Dr. Fista schrieb am 01. April 2007 um 18:48

Zu geil…

Nicht getestet, aber weiterempfohlen

6. Dr. Fista schrieb am 01. April 2007 um 18:51

Zu geil…

Nicht getestet, aber weiterempfohlen Es SOLL, haste es denn getestet ???

7. Desperado schrieb am 21. September 2008 um 12:33

Ich besitze keinen ReadyBoost-Stick, nie gewollt und nie gekauft. Natürlich habe ich dafür auch nichts installiert. Trotzdem zeigt mein relativ neuer Laptop ständig folgende Fehlermeldung an: “Ready Boost funktioniert nicht mehr”. Das Hochfahren dauert häufig ewig und es gibt auch Probleme mit dem Laden von Websites.
Was ist da los?

8. Jango schrieb am 21. September 2008 um 12:55

Hallo Desperado - probier doch einmal aus, was passiert, wenn Du den Dienst “ReadyBoost” deaktivierst. Dazu “sevices.msc” ins Suchfeld des Startmenüs eingeben und mit STRG+Umschalten+Enter bestätigen. Admin-Passwort eingeben (oder zustimmen), dann den Dienst “ReadyBoost” in der nun aufgerufenen Liste der Dienste auswählen, mit Rechts anklicken und auf “Deaktivieren” stellen.

9. Jango schrieb am 21. September 2008 um 13:01

..ah, vor “Deaktivieren” natürlich die “Eigenschaften” auswählen…

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