Europäische Kommission bittet Microsoft-Konkurrenten um Rat

11. Juni 2009 - Von Bianca in Downloads, Firefox, Gerüchte, Internet Explorer 7, Internet Explorer 8, News, Software, Unternehmen, Windows 7 | Beitrag Seperat Öffnen

Angeheizt von Opera tobt seit 2007 ein Streit mit Microsoft: Ist es rechtens, dass Microsoft den Internet Explorer (IE) gleich mit dem Betriebssystem verteilt oder folgt daraus ein ungerechtfertigter Wettbewerbsvorteil? Seit einiger Zeit redet die Europäische Kommission mit. Diese will nun die Konkurrenten von Microsoft über ihre Ansichten befragen.

Das Wall Street Journal berichtet, die Europäische Kommission habe solche Gespräche mit Hard- und Software-Herstellern bereits geführt; inklusive der rivalisierenden Browser-Anbieter wie Opera, wobei es darum ginge, auf welche Weise Microsoft die Konkurrenz-Systeme auf den Windows-Systemen zulassen kann. Die Europäische Kommission will, wie es aussieht, Microsoft weiter zwingen, Fremd-Browser als automatischen Download anzubieten.

Es wird laut Bloomberg schon darüber diskutiert, einen Stimmzettel an PC-Hersteller zu verteilen, auf dem diese ihre Browser-Favoriten ankreuzen sollen, um mitzubestimmen, welche Browser Microsoft mit verteilen solle. Welche Folgen hat aber so eine Entscheidung?

Aktuell gibt es genügend User, die nicht wirklich aktiv ihren Browser wählen, sondern den nutzen, der eben via Betriebssystem geliefert wird: Den IE. Was aber wird, wenn die User durch einen Beschluss “gezwungen” werden, auszuwählen? Wenn die Europäische Kommission das durchsetzt, hilft dem IE dann sein Bekanntheits- und Gewohnheitsstatus weiter? Schließlich gibt es genügend User, die die anderen Browser nie getestet haben, was Statistiken über Browser-Marktanteile zeigen. Einige User würden hinter Apple und Google nie einen Browser vermuten - schließlich macht Apple doch iPhones und Google ist eine Suchmaschine, so denken doch einige.

Wie wird die Europäische Kommission reagieren? Von Microsofts Vorschlag jedenfalls, den IE aus Windows 7 rauszulassen, zeigte sich die Europäische Kommission wenig beeindruckt. Abgesehen von einer Richtig-/Falsch-Diskussion die Europäische Kommission betreffend, interessiert uns die Meinung unserer Leser dazu: Was denkt ihr über einen “Browser-Stimmzettel” für PC-Hersteller? Ist die Browser-Auswahl, die mit dem Betriebssystem eventuell verteilt werden soll, benutzerfreundlich oder kundenverwirrend? Wird die Verteilung mehrerer Browser im Betriebssystem dazu führen, dass Microsoft die Marktführerschaft hält / verliert? Würde mit dieser Möglichkeit der beste Browser gewinnen?

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7 Kommentare

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1. Vista-Man schrieb am 11. Juni 2009 um 10:31

Das ist sowas von krank aber da sieht man halt auch das die bei der EU nichts zu tun haben als sich dem Gequengle von Opera hinzugeben. Die haben es gerade nötig, ist doch der Browser einer der umständlichsten. Opera hat zudem ja im mobilen Sektor den Markt fest im Griff.

Wenn das so kommen sollte dann könnte man auch an anderer Stelle Monopolverfahren lostreten. Apple vermarktet itunes und Safari auch über sein Betriebssystem, genauso wie MS das mit dem Mediaplayer und dem IE tut. Die Koppelung von OS X an die Apple Hardware ist genauso Marktmissbrauch gegenüber DELL HP etc. Denn die können nicht Mac OS X auf ihren Geräten installieren.

Windows ohne IE geht nicht da es so eng verzahnt das ein Ausklammern wie gewünscht nicht möglich sein könnte. Microsoft gehört keiner Gemeinschaft an wie es bei Linux der Fall ist.

Wer einen anderen Browser nutzen will, kann sich den besorgen in dem er einmal den IE startet sich den entsprechend Browser lädt und anschließend diesen nutzt.

Es ist echt sinnfrei da Vorschriften zu machen und Microsoft zu nötigen artfremde Browser auf dem Installationsmedium zu integrieren. Microsoft kann in dem Moment auch nicht für die Zuverlässigkeit haften.

Dann kommt die EU noch möglicherweise auf die Idee das Microsoft auch noch die Browser entwickelt und deren Fehler behebt.

Man soll das alles so schön belassen. Es muss keiner Windows kaufen, es gibt genug Alternativen die ihre Medien und Systemen nach ihren Ansprüchen entwickeln.

Das sei MS zugestanden, schließlich haben sie auch sehr viel getan das sie so eine Popularität am Markt haben. Hätte es Microsoft nicht gegeben wer weiß wo wir heute auf dem Computersektor wären.

2. Thomas Webseite des Users schrieb am 11. Juni 2009 um 11:04

Man spricht immer von Microsoft. Sollte das dann nicht generell dazu führen, dass JEDES Betriebssystem diese Auswahl bereitstellen müsste?

3. cyber.scorpion Webseite des Users schrieb am 11. Juni 2009 um 13:33

Meiner Ansicht nach nützt niemanden ein System auf dem kein “Indernet-Browser” vorinstalliert ist. Microsoft stellt mit seinem Betriebssystem mit dem IE die Brücke zur datenwelt erstmal grundsätzlich bereit. Eine Nachinstallation eines anderen “Indernet-Browser” wie z.b. Firefox oder eben Opera ist ohne Probleme möglich.

Die Frage die hier auftaucht ist doch: Soll Microsoft künftig einige Links auf den Desktop pappen damit der Anwender beim erstmaligen Hochfahren des Betriebssystemes erstmal einen “Indernet-Browser” seiner Wahl installiert? Das würde wohl dazu führen das künftig ein Downloadmanager vorinstalliert ist :-)

Genau die, die jetzt wegen dem “Indernet-Browser” Rumschreien, schreien dann wieder. Die Brücke in die Datenwelt die Microsoft bereitstellt ist enorm wichtig!

Manche Dinge erledigen sich wie z.b. mit dem Netzcape Navigator auch von selbst.

4. Manuel schrieb am 11. Juni 2009 um 14:16

Nur so mal als anmerkung: Wir Sprechen ja häufig von Betriebssystemen im Sinne von PC oder Computer Betriebssystem. Ich würde aber auch sehr gerne einen anderen Browser auf meinem Handy benutzen, wie den mitgelieferten. Ich habe ein iPhone (ja ich bereue es, aber der Tarif war zu gut) und ich würde sehr gerne den mobile Opera installieren (es muss nicht immer IE sein), denn Safari ist der wohl mieseste Browser der Welt, auch in seiner mobile Version.

5. André Reichelt schrieb am 11. Juni 2009 um 14:27

Das ist wieder ein Beispiel dafür, wie wenig Ahnung die EK von dem Thema hat. Wie stellen sich die Herren denn vor, dass der Kunde einen Browser herunterlädt, wenn keine Software dafür eingebaut werden darf? Sollen die Kunden den Browser auf CD mitgeliefert bekommen? Der Schwachsinn kennt eben keine Grenzen…

Wenn ich recht informiert bin, steht es den Resellern von OEM-Produkten schon seit jahren frei, “ihre” Version von Windows mit allerlei Software vorauszustatten. Wenn sie also unbedingt möchten, können sie hier auch einen alternativen Browser vorinstallieren. Wo ist das Problem?

Außerdem wurde hier schon sehr gut erkannt, dass der Hahn, der da gerade Brüllt selbst eine Leiche im Keller hat. Der Opera-Browser ist im Mobilbereich wohl einer der am häufigsten Vorinstallierten. Die Jungs von Apple liefern schon seit Jahr und Tag mit MacOS auch Safari (Apples Antwort auf den IE) und iTunes aus. Und bei Linux hat auch jede Distribution einen eigenen Browser integriert.

Diese Diskussion lässt sich an Desinformiertheit seitens der EU-Kommision kaum überbieten. Etwas blöderes habe ich bieher noch nie gesehen.

Und Opera braucht doch gar nicht Jammern… Der Firefoy hat sich einen Anteil von über 30% erkämpft. Opera taumelt immer noch bei rund 5% herum. Woran liegt das wohl? In meinem Augen liegt dies vor allen daran, dass der FF und der IE dem Opera deutlisch überlegen sind, was Bedienungsfreundlichkeit u.ä. angeht. Anstatt zu jammern sollten sie ihren Browser lieber einmal konkurrenzfähig machen.

6. b13125 schrieb am 11. Juni 2009 um 17:10

Nach meiner -natürlich völlig unerheblichen - Meinung ist nicht MS sondern die Computerhersteller für die Softwareausstattung verantwortlich. Sie bundeln die Software um ihre Hardware an den Mann/die Frau zu bringen. Kostenlose Software, die auf jeder CD/DVD Beilage eines Computermagazins zu finden ist, ist da kein echter Wettbewerbsvorteil. Die EU-Kommission sollte sich ein neues Steckenpferd suchen…

7. Windows 7-Vista schrieb am 10. August 2009 um 21:08

Ja Opera und die EU sollten echt mit dem Meckern aufhören, dass nervt richtig. Dann sollte die EU mal selber ein Betriebssystem programmieren und mal versuchen ohne Browser ins Internet zu kommen. Das würden die garantiert nicht schaffen.

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