Schränkt ein vorinstalliertes Windows das Wettbewerbsrecht ein?

28. Juli 2009 - Von Bianca in News, Unternehmen, Windows 7 | Beitrag Seperat Öffnen

Der Wettbewerbsrechtsstreit geht in die nächste Runde - diesmal aber von anderer Stelle ausgehend. Aktuell stört sich die russische Kartellbehörde (Federal Antimonopoly Service, FAS) daran, dass diverse Hersteller von Notebooks Windows als Betriebssystem vorinstalliert haben.

Zu den von der FAS benannten Herstellern gehören Acer, Asus, Dell, Hewlett-Packard, Samsung und Toshiba. Die Behörde meint, es verzerre den Wettbewerb, wenn die Käufer dieser Notebooks keine Möglichkeit hätten, das Gerät ohne vorinstalliertes OS zu kaufen. Microsoft selbst hat dazu schon Stellung genommen und vorgeschlagen, dass man durchaus Verträge mit den benannten Herstellern aushandeln könnte, bei denen die Option gegeben ist, dass Windows zurückgegeben werden könnte. Bisher jedenfalls sei es laut Microsoft nicht vertraglich so geregelt, dass die Hersteller dazu verpflichtet wären, die Notebooks mit vorinstalliertem Windows zu verkaufen.

Microsofts Vorschlag fand bereits Anklang bei der FAS, allerdings wird diese noch bis in den September die Sachlage prüfen wollen. Dazu wolle man unter anderem in Erwägung ziehen, auch andere Hersteller zur Sache zu befragen. Dabei wird allerdings wenig auf eine Einschränkung des Wettbewerbs eingegangen, als eher auf die Frage, wie es diese Hersteller regeln, wenn ein Käufer ein Betriebssystem zurückgeben wolle.

Wie sehen unsere Leser den Vorwurf der Kartellbehörde? Stimmt es, dass dadurch der Wettbewerb verzerrt werden kann? Oder haben nicht viele Verbraucher einen Vorteil davon, dass sie mit ihrem Notebook gleich ein OS bekommen? Nun arbeiten einfach viele Menschen mit Windows - ist es da nicht sogar nachvollziehbar, dass ausgerechnet dieses OS vorinstalliert ist? Oder wäre es in der Tat sinnvoll, Notebook-Hersteller dazu zu verpflichten, auch die Alternative OS-freies Notebook feilzubieten? Wer von der Konkurrenz befragt werden soll und was die Kartellbehörde genau dazu sagt, könnt ihr hier noch mal genau nachlesen.

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5 Kommentare

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1. Benny BROWN schrieb am 28. Juli 2009 um 19:22

Vorinstalliertes Windows ist evil……
Wie man also feststellt, sollen in der EU nach Forderungen eines brüsseler `Think Tanks` nur noch Rechner ohne Windows verkauft werden. Natürlich ging dann sofort die Debatte los, wie DAU-unfreundlich das sei…

Ich für meinen Teil möchte behaupten, dass dies eine sehr gute Massnahme wäre. So würde man nicht nur der `PC`=`Windows`-Geschichte endlich eine Abfuhr erteilen (`Mac`=`Mac OS X` ist auch nicht besser, aber das ist eine andere Geschichte, und soll ein andermal gebloggt werden), sondern auch das Bewusstsein fördern, wie teuer ein Windows wirklich ist. Wenn man sich dann statt einer Windows-Version die Linux-Distribution seines Vertrauens von einem Freund kopiert (was völlig legal ist) oder sich zuschicken lässt spart man locker 50 Euros. Ausserdem würden diejenigen belohnt, die mutig genug wären, sich ein OS selbst zu installieren, anstatt es sich kostenpflichtig vom Verkäufer installieren zu lassen. Insgesamt würde man sich wohl deutlich mehr mit der Technik auseinandersetzen, was meines Erachtens auch einen Fortschritt darstellen würde… oder mal so?

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2. Benny BROWN schrieb am 28. Juli 2009 um 19:26

Mehr Konkurrenzkampf im Bereich der Betriebssysteme wünscht sich das Brüsseler Globalisierungsinstitut. Innovationen, Weiterentwicklungen und Standards können sich ihrer Meinung nach nur entwickeln, wenn Hardware und Betriebssystem nicht mehr gebündelt verkauft werden.

Warum sollen sich Betriebssysteme aus dem Hause Microsoft nicht den gleichen Bedingungen im Wettbewerb stellen, wie es Produkte von Herstellern tagtäglich müssen? Diese Frage stellt sich das Globalization Institute mit Sitz in Brüssel. Anlässlich des jüngsten Urteil im Prozess um die marktbeherrschende Stellung der Redmonder hat das Globalisierungsinstitut einen Bericht bei der Europäischen Kommission eingereicht. Darin setzen sich die Vordenker mit den Möglichkeiten auseinander, Computer vom mitgelieferten Betriebssystem zu entkoppeln.

Nur eine praktikable Möglichkeit zur Umsetzung der Entkopplung sieht das Institut: Die Rechner müssten ganz ohne vorinstalliertes Betriebssystem ausgeliefert werden. Kunden sollten gezwungen sein, es sich zusätzlich zu kaufen. Dazu müssten die Software-Hersteller die Installationsroutinen so weit vereinfachen, dass die Installation problemlos und ohne spezielle Kenntnisse ablaufe. Ängste vor Softwarepiraterie, die oft als Argument für die Bündelung von Seiten Microsofts genannt werden, zerstreuen die Autoren des Berichts mit einem Vergleich zu Adobe. Der Softwarehersteller schaffe es auch ohne Bindung an Hardware seine Produkte erfolgreich zu vermarkten.

Andere Vertriebsmöglichkeiten sieht das Institut nur für Onlinehändler wie Dell. Dort könne der Kunde bereits bei der Bestellung sein Wunschsystem angeben, dass dann vorinstalliert wäre. Einzelhändler könnten so allerdings nicht handeln, da zumeist Lagerkapazitäten für Computer in verschiedenen Konfigurationen fehlen würden.

Zur Begründung des Vorstoßes nennt das Globalization Institute neben dem Brüsseler Urteil weitere Gründe. So hätte Microsoft gut zwei Jahrzehnte lang von der Monopolstellung am Markt profitieren können. Nun jedoch sei die Zeit reif für neuen Wettbewerb. Dieser würde nach Ansicht des Instituts auch zur Entwicklung neuer offener Standards und neuer Innovationen führen. Als Beispiel wird der Hardwaremarkt angeführt. Dort hätten Standards wie USB, S-ATA und viele weitere zu einem gesunden Wettbewerb zwischen den Hardwareherstellern geführt.

Als Ergebnis wünscht sich das Globalization Institute mehr Auswahl und günstigere Preise sowie mehr Entscheidungsfreiheit für Konsumenten und Wirtschaft. Schließlich hätten Studien gezeigt, dass die Wartungskosten für Windows-Systeme in vielen Fällen deutlich höher liegen, als bei vergleichbaren Systemen. In einem Absatz gehen die Autoren des Berichts auch auf Apple ein. Den als ähnlich restriktiv bekannten Hersteller von Hard- und Software bezeichnen sie lediglich als Nischenanbieter.

3. Vista-Man schrieb am 28. Juli 2009 um 19:57

es ist nun einmal so, das die wenigsten sich damit befassen wollen wie man ein Betriebsystem installiert. Viele interessiert es nicht einmal wie das geht und von daher ist es verständlich. Windows ist nun mal Marktführer und sie werden es auch bleiben. Will man einen Mac haben muss man teuer Geld für bezahlen und es ist auch nicht besser.

Ein nackscher Rechner ist nur was für Leute die wissen was sie mit dem Gerät anfangen können.

Microsoft hat sich in den Jahren etabliert, schon alleine weil es seit Windows 2000 recht einfach ist ein Windows zu installieren. Man braucht nur den Anweisungen folgen.

Ich behaupte das es 25 Prozent hin bekommen ein OS zu installieren ohne dabei irre zu werden.

4. Einste1n schrieb am 28. Juli 2009 um 21:23

und die restlichen 75 % ? =)

5. Marco B. schrieb am 28. Juli 2009 um 22:11

Ganz der meinung…
Mir gehen sowieso die ganzen zugemüllten Recovery Versionen auf die Nerven, zu 90% zeug was keiner benötigt oder möchte…

Die sollen einfach in Zukunft ein Notebook zB. 200€ Günstiger Verkaufen und ich als User wähle selbst mein Betriebssystem.
Treiber oder Anwendungen die für das Notebook benötigt werden können ja trotzdem uf einen Datanträger mitgeliefert werden.

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