29. Juli 2009 - Von Bianca in News, Unternehmen | Beitrag Seperat Öffnen
In Sachen Suchmaschinen konnte sich Google bisher immer gegen Microsoft und Yahoo durchsetzen. Bis jetzt. Wie Microsoft und Yahoo in einer gemeinschaftlichen Pressemitteilung bekannt gegeben haben, werden die beiden Suchmaschinen nun zusammengelegt und es wird nur noch mit Bing gesucht. Das bedeutet: Yahoo bekommt alle Online-Suchanzeigen von den Premium-Kunden beider Unternehmen.
Vertraglich ist geregelt, dass Yahoo innerhalb der ersten fünf Jahre der Partnerschaft 88 Prozent aller Suchanzeigen-Einnahmen erhält; darin einbezogen sind sämtliche hauseigenen Seiten von Yahoo und alle mit Yahoo verbundenen Pages. Dabei betonen die Unternehmen, dass alle anderen Bereiche unabhängig voneinander bleiben. Ballmer erwähnte, dass Bing damit eine Größe erhielte, die auch im Hause Google für Konkurrenz sorgen dürfte. Was ist an dieser Aussage dran?
Skeptiker gähnen nur müde und behaupten, es würde damit einfach eine großartige Suchmaschine, nämlich die von Yahoo, aussterben. Bing könne Google auch weiterhin nicht das Wasser reichen. Aber ist es nicht so, dass Suchende nun nicht mehr auf den Platzhirsch Google angewiesen sein werden, sondern eine große Alternative erhalten? Und ist es nicht außerdem so, dass Synergien immer einen Gewinn schaffen? In Alltagsblindheit gefangen, war es bislang für beide Unternehmen einfach nicht möglich, Google die Stirn zu bieten. Arbeiten nun Microsoft und Yahoo zusammen, können durch neue Synergien frische Winde wehen, die beide Unternehmen weiterbringen - und vielleicht letztendlich auch gegen Google ankommen.
Beide Unternehmen können sich damit im Bereich Suchmaschinen vor sinkenden Gewinnen retten. Dass es innerhalb einer Wirtschaftskrise niemandem so geht, dass er Jubelschreie loswerden kann, ist sicherlich klar, da sind Allianzen häufig ein Ausweg, sodass gemeinsam Gewinne generiert werden können. Überhaupt werden generelle Nachteile mithilfe einer Kooperation ausgeschaltet - oder zumindest gemindert. Die Risiken sinken drastisch, wenn zwei Unternehmen hinter einem Projekt stehen. Außerdem werden die Kompetenzen aus zwei Konzernen gebündelt und in eine Sache investiert.
Soweit zur Sache; sicherlich hat es einfach seine Vor- und Nachteile. Wohin tendiert ihr aber mehr: Werden Microsoft und Yahoo gemeinsam an Google herankommen können? Oder den Suchmaschinen-Platzhirsch sogar überholen? Womit sucht ihr am liebsten und was sind eure bisherigen Erfahrungen mit der noch recht jungen Microsoft-Suchmaschine Bing?
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Yahoo und Microsoft
Wie wird es uns SEOs, Internetnutzern und Unternehmen wohl in Zukunft im Internet gehen?
Wird die Suche besser werden, wenn Microsoft sich doch mit Yahoo zusammentut und Google in Deutschland ernsthaft Konkurrenz macht?
Yahoo-Aktien
Im Mai war noch die Rede von der Aufstockung des Übernahmeangebots um 5 Milliarden Dollar auf gesamt 47 Milliarden Dollar, die Microsoft für Yahoo geboten haben soll. Microsoft hat anfangs 31 Dollar je Yahoo-Aktie geboten und diese dann auf 33 Dollar je Aktie aufgestockt. Yahoo-Chef Young verlangte 37 Dollar je Aktie.
Im Moment stehen die Aktien auf 17,55 Euro und das entspricht 27,60 US Dollar.
Wie geht es nun weiter bei diesem Milliardenpoker?
Microsoft will nur das Filetstück
Nach einem Bericht von Focus verhandelt Microsoft aktuell mit Yahoo darüber, nur das Suchmaschinengeschäft zu übernehmen.
Microsoft-Chef Ballmer sagt dazu in einem Interview: „Derzeit sprechen wir nicht über einen Komplettkauf von Yahoo, sondern suchen nach anderen Lösungen“ und „Doch wir halten uns die Option offen, dass wir ein Angebot für Yahoo als ganzes unterbreiten, oder wir verhandeln mit Aktionärsrebellen wie zum Beispiel Carl Icahn“.
Gerade mit Blick auf den Einstieg von Carl Icahn finde ich die Theorie von Philipp Götzinger sehr interessant:
Wie könnte Microsoft vorgehen um Yahoo zu kaufen?
Philipp hat eine interessante Überlegung zum Ablauf des Kaufs von Yahoo durch Microsoft angestellt. Links zu den Pressemitteilungen hat er übrigens auch eingestellt:
Während nun die halbe Welt in den letzten Wochen gespannt auf den nächsten Zug von Microsoft wartete, tat sich was? Gar nichts. Die Aktie fiel bei weitem nicht so weit, wie man eigentlich angenommen hat. Von 29 auf zweitweise 23, dann recht stabil in der 25er Region. Warum? Die Leute kennen Steve Ballmer. Der Kerl ist ein Psychopath und Fuchs. So einfach lässt der Kerl sich keinen Deal durch die Lappen gehen, mal davon abgesehen, dass MS doch keine andere Wahl hat. Google rennt im Online Geschäft immer weiter davon und jemand vergleichbaren wie Yahoo gibt es nunmal nicht. Ich habe ehrlich gesagt nicht mit einer feindlichen Übernahme von MS gerechnet… MS tut in letzter Zeit alles mögliche, um von seinem “Badboy” Image wegzukommen… Sowas hätte da definitiv nicht reingepasst.
Nun kommt Mr. Icahn daher! Icahn ist ein US-Milliardär, der sein Geld als Corporate Raider und Private Equity Investor verdient hat, berühmt berüchtigt für diverse feindliche Übernahmen. Sind wa ma ehrlich: Ballmer ist Milliardär, Gates ist Milliardär, Icahn ist Milliardär und noch n paar andere, aber sooo super viele sind es nun auch wieder nicht und ich wette, die kennen sich untereinander alle verdammt gut! So ne Art Milliardärstreffen Icahn kaufte in den letzten Tagen knapp 59 Millionen Yahoo Aktien und will noch mehr. Zitat: (1) during the last 10 days, I have purchased approximately 59 million shares and share-equivalents of Yahoo;
Wer bitte soll jetzt glauben, dass der Kerl aus reinem Bauchgefühl kauft, mit der Hoffnung, dass MS das Angebot ganz überraschend wieder auf den Tisch legt? Ich zumindest nicht… Ich will hier ja nicht den Verschwörungstheoretiker spielen, aber sowas ist einfach ne Nummer zu abstrus. Meiner Meinung nach brauchte MS jemanden unabhängigen, der das Yahoo Board rauswirft. Jemand wie Icahn, der neutral als Yahoo Investor im Raum steht, jemand der am Wohl der Firma (und damit seinem Profit) interessiert ist, jemand dem die anderen Aktionäre hinterherlaufen… Das alles bringt Icahn mit! Icahn wird nun das Yahoo Manangement entfernen lassen und urplötzlich landet das MS Angebot wieder auf dem Tisch. Natürlich wird Microsoft in den nächsten Tagen erstmal dementieren und sagen “Nene, wir haben eine andere Strategie, wir machen jetzt selber und wollen Yahoo nicht mehr”… Klar, wer hätte schon gerne, dass nun Hunderttausende von Kleinanlegern ihre letzten Cents in Yahoo packen, weil sie sich für besonders ausgefuchst halten und damit den ganzen Kurs nach oben treiben…
yeah und jetzt Google abwarten………
Der Weltgrösste Softwarehersteller Microsoft
(u.a. -WINDOWS-) steigt mit der Kooperation zur Nummer zwei bei Suchmaschinen auf und erreicht in den USA knapp 30 Prozent Marktanteil. Branchenprimus Google liegt dort mit 65 Prozent allerdings weiterhin deutlich vorn.
Die Reaktionen an der New Yorker Börse fielen heute gemischt aus : Während die Microsoft-Aktie am Mittwoch zunächst leicht zulegte, fiel das Yahoo…Papier deutlich um ganze
10 Prozent (wow)
Vor rund eineinhalb Jahren hatte Microsoft versucht, Yahoo für rund 45 Milliarden Dollar zu übernehmen. Der Software-Gigant scheiterte aber nach einem monatelangem Tauziehen am Widerstand der damaligen Yahoo-Spitze……..
Nachdem die neue Chefin Carol Bartz im Januar die Arbeit aufgenommen hatte, intensivierten die beiden Unternehmen ihre Gespräche. (LOL)
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1. Benny BROWN schrieb am 29. Juli 2009 um 20:11
Und es hat “Bing” gemacht: Microsoft übernimmt das Suchmaschinengeschäft des angeschlagenen Internet-Pioniers Yahoo. Damit wird Microsofts Suchmaschine “Bing” zum zweitgrößten Suchanbieter der Welt hinter Google. Im Gegenzug wird Yahoo an den Werbeeinnahmen beteiligt und zentraler Ansprechpartner für Großkunden bei der Suchmaschinenwerbung, wie beide Unternehmen gestern mitteilten.
Die Vereinbarung hat eine Laufzeit von zehn Jahren und steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Kartellbehörden. Diese wird bis Anfang 2010 erwartet. Der Vertrag beendet ein anderthalb Jahre währendes Tauziehen, das 2008 mit einem - später gescheiterten - Übernahmeangebot Microsofts begonnen hatte. Durch die Übernahme Yahoos wollte der Software-Konzern den Rückstand auf Google verkürzen. Das ist jetzt auch gelungen, nur auf anderem Weg. “Diese Kooperation wird eine deutlich sichtbare Nummer zwei im Markt schaffen, als Alternative zu Google oder zumindest, um Werbeideen auch mal außerhalb des Google-Reichs zu testen”, sagt Forrester-Analsytin Rebecca Jennings. Forrester erwartet im Markt für Suchwortwerbung ein jährliches Wachstum von 15 Prozent auf rund 30 Mrd. Dollar allein in den USA bis zum Jahr 2014.
Zu Handelsbeginn gaben Yahoo-Aktien deutlich nach, auch der Google-Kurs sank. Lediglich Microsoft konnte leicht zulegen. Neil MacDonald Lead-Analyst Microsoft bei Gartner gegenüber dem Handelsblatt: “Microsoft hat definitiv die besseren Konditionen bekommen. Aber auch für Yahoo war dies die einzig richtige Lösung.” David Mitchell, Analyst bei Ovum in London: “Beide, vor allem aber Yahoo, hätten bessere Ergebnisse erzielen können, wenn sie nicht so lange gewartet hätten.” Yahoo hatte im vergangenen Jahr trotz erheblicher Investitionen kontinuierlich weiter Boden gegen den Marktführer bei der Internetsuche, Google, verloren.
Jetzt musste Yahoo deswegen große Zugeständnisse machen, um zwei Ziele zu erreichen: Erhalt der Eigenständigkeit und Verbesserung der Gewinnsituation. Nach Aussagen von Yahoo-CEO Carol Bartz wird die Vereinbarung nach der Umsetzung einen zusätzlichen operativen Gewinn von rund 500 Mio. Dollar jährlich bringen und eine Kostenersparnis von rund 200 Mio. Dollar. Der operative Cash-Flow soll sich um rund 275 Mio. Dollar verbessern.
Zumindest für die ersten Jahre scheinen die Werte realistisch: Microsoft überlässt in den ersten fünf Jahren Yahoo ganze 88 Prozent der Werbeeinnahmen, die auf den Yahoo-Suchseiten erzielt werden und garantiert über 18 Monate zusätzlich ein nicht weiter spezifiziertes Fixeinkommen. Diese Lösung sei besser als eine Einmalzahlung in Milliardenhöhe, die lange im Raum stand, so Bartz. “Wir brauchen langfristige Einnahmeströme, die unsere Kostenseite unterstützen.” Die Kooperation mit Microsoft gebe dem Unternehmen die Chance, hohe Investitionen in Suchtechnologien und Datencenter zu sparen und sich auf “andere wichtige Bereiche zu konzentrieren.” Erst vor wenigen Tagen hatte Bartz angekündigt, sie werde im laufenden Quartal über 75 Mio. Dollar für Investitionen bereit stellen, darunter Mittel für Mitarbeiter im Software- und Vertriebs-Bereich. Analyst MacDonald hält die Erwartungen Yahoos sogar eher noch für “konservativ geschätzt.”
Analysten und Investoren befürchten aber, dass Yahoo jetzt den Anschluss in der Suchmaschinentechnologie verliert. Die Software-Ingenieure werden entweder zu Microsoft wechseln, in andere Bereiche gehen oder entlassen werden. Es werde “Überschneidungen” beim Personal geben, räumte Bartz ein. Ovum-Analyst Mitchel warnt entsprechend auch vor Gefahren auf dem Integrationsprozess, der bis zu 24 Monate dauern wird: “Es wird enorme Herausforderungen auf der Softwareseite geben, aber auch im Management. Auf beiden Seiten müssen die Mitarbeiter überzeugt sein, an einem gemeinsamen Ziel zu arbeiten.”
Nur das Suchmaschinen-Business sei betroffen, betonten Bartz und Microsoft-CEO Steve Ballmer in einer gemeinsamen Telefonkonferenz, weder das Geschäft mit Displaywerbung, noch E-Mail oder Messenger-Services. “Da wird weiter hart konkurriert”, sagte Ballmer.
Probleme mit den Kartellbehörden erwarten Bartz und Ballmer nicht, man wolle eng mit den Wettbewebshütern zusammenarbeiten. Microsoft kommt nach Zahlen des Statistikunternehmens Comscore auf einen Such-Marktanteil in den USA von gut 30 Prozent und knapp elf Prozent weltweit. Konkurrent Google hat jeweils über 65 Prozent. “Surfer und Anzeigenkunden wollen eine Alternative”, so Ballmer: “In Europa hat Google zum Beispiel 92,5 Prozent Marktanteil bei bezahlter Suchmaschinenwerbung. Ich kann nicht sehen, wie wir da den Wettbewerb behindern sollten.”
Für Analysten wie MacDonald ist die neue Macht am Suchmaschinenhimmel sogar eine echte Gefahr für Google: “Da werden die sich drum kümmern müssen. Zum ersten Mal setzt Microsoft die jetzt unter Zugzwang und nicht umgekehrt”, sagt er. “Das ist neu.” Konsequent, so Ovum-Analyst Mitchell, ist auch die Arbeitsaufteilung der potenziellen Partner: “Microsoft konzentriert sich auf Software und Forschung, Yahoo auf Werbung und Medien. Beide kehren also zu ihren Wurzeln zurück, um es mit Google aufzunehmen.”
Anfang 2008 hatte Microsoft für Yahoo bis zu 47,5 Mrd. Dollar geboten. Das damalige Yahoo-Management war nicht bereit, zu diesem Preis zu verkaufen, Microsoft blies die Übernahme ab. Eine geplante Kooperation Yahoos mit Google scheiterte danach ebenso wie Gespräche mit AOL. Yahoo-Gründer und CEO Jerry Yang musste schließlich gehen. Der Großaktionär und Vorstandsschreck Carl Icahn eroberte einen Sitz im Board von Yahoo. Seitdem betrieb er eine Wiederaufnahme der Verhandlungen. Im Januar übernahm Bartz das Ruder und ließ die Verhandlungen wieder aufleben.