18. August 2009 - Von Bianca in Entwicklung, News, Office, Unternehmen | Beitrag Seperat Öffnen
Microsoft hat gegen das Word-Verkaufsverbot und gegen die an i4i zu leistenden Zahlungen während der Zeit, in der das Berufungsverfahren läuft, einen Dringlichkeitsantrag gestellt. Das teilte eine Unternehmens-Sprecherin gestern mit, wie pcmag.com berichtet.
Neben der erfolgreichen Berufung hat Microsoft jetzt noch zwei Möglichkeiten: Eine außergerichtliche Entscheidung oder die Überarbeitung von Word. Wohl etwas ärgerlich für den Redmonder Software-Riesen war sein Anwalt: Durch sein Fehlverhalten hat Microsoft eine höhere Geldstrafe aufgebrummt bekommen, berichtet das Portal Seattle Post-Intelligencer. Böser Fehler: Der Anwalt hat einen Vergleich zwischen i4i und den Banken gezogen, die während der Krise Unterstützung vom Staat erhalten. Er meinte, i4i wolle das eigene wirtschaftliche Fehlverhalten mit dem Geld von Microsoft aus der Welt schaffen.
Das Urteil hat zwar weltweit Aufmerksamkeit erregt, aber liest man sich Experten-Meinungen durch, ist es unwahrscheinlich, dass Microsoft den Verkauf von Word ganz stoppen muss. Viele der Experten sprachen auch andere Office-Suites an; etwa OpenOffice - auch diese arbeiten mit XML. Es gibt viele legale Technologien mit XML und Microsoft hätte die Möglichkeit, durch verschiedene Anträge die Urteilsvollstreckung bis zu 1,5 Jahre hinauszuzögern. Wir erinnern uns: Da ist Office 2010 aller Wahrscheinlichkeit nach schon auf dem Markt.
Was meint ihr, wie es ausgehen wird? Das Patent-Durcheinander sorgt jedenfalls für ordentlich Verwirrung; nachzulesen in diesem Beitrag und den Kommentaren. Wird der Berufung stattgegeben und in nächster Instanz für Microsoft entschieden, arbeiten die Redmonder Entwickler Word entsprechend um und Microsoft kommt dem Urteil nach oder wird man eine außergerichtliche Einigung finden? Sollte Microsoft nach dem Urteil handeln: Mit welchen Auswirkungen rechnet ihr für andere Office-Anwendungen, die ebenfalls mit XML arbeiten?
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1. Hasta la vista schrieb am 18. August 2009 um 23:44
Microsoft ist einer der größten Inhaber von Trivial-und Softwarepatenten und verklagt selber ja fleißig andere Firmen.
Ein eigentlich freies und ISO-zertifiziertes Format wird drumherum mit Patenten zugekleistert, damit Patentanwälte bloß nicht verhungern. Dieses Patent-Durcheinander bei XML zeigt um so mehr, dass Softwarepatente überflüssig sind, die Entwicklung hemmen und Millionen kosten, weil jeder jeden verklagen kann.
Interessant ist eigentlich nur, ob auch andere Textverarbeitungen davon betroffen sind, insbesondere das freie OpenOffice.