Streit zwischen i4i und Microsoft spitzt sich zu

10. September 2009 - Von Bianca in News, Office, Unternehmen | Beitrag Seperat Öffnen

Wie computerworld.com berichtet, hat i4i eine Erklärung beim Berufungsgericht eingelegt, in dem das Unternehmen Microsofts Vorgehen als “Ablenkungsmanöver” bezeichnet. Es wäre beispielsweise von Microsoft die Umfrage zur Nutzung von Word angegriffen worden, mit der der Kanadier nur die Schadenersatzansprüche ermitteln wollte. i4i bleibt dabei: Es wäre ein Leichtes, die patentierten Funktionen aus Word zu entfernen - das habe weder Auswirkungen auf die gesamte Office-Software noch auf den von Microsoft angesprochenen Gesamtmarkt.

Auch Microsofts Kritik an dem Gericht erster Instanz sei unangebracht; in i4is Erklärung heißt es: “Microsoft attackiert wiederholt die Vermittlerrolle des Gerichts. Richter Davis verfügt über beachtliche Erfahrung in Patentrechtsfällen. Microsofts Kritik, er sei nicht in der Lage oder nicht gewillt, seinen Pflichten nachzukommen, ist nichts anderes als ein unfairer Versuch, von den eigentlich Vorgängen abzulenken.”

Zudem habe Microsoft arglistig gehandelt. Der Kanadier sei von dem Software-Riesen als “Partner” bezeichnet und die XML-Funktion hoch gelobt worden. Im selben Augenblick habe der Redmonder schon an der Patentverletzung gearbeitet. Die i4i-Anwälte erklären: “Zur gleichen Zeit, als Microsoft noch anpries, welche neuen Funktionen i4is-Produkt für Word bringen würde”, sei man in Redmond schon dabei gewesen, die kanadischen Produkte durch eigene zu ersetzen. i4i sollte einfach vom Markt gedrängt werden. Weiter steht in der Erklärung geschrieben, Microsofts Chief Technology Advisor des Vertriebs für Regierungskunden Mark Belk habe Word mit i4i Funktionen angepriesen, wobei Microsoft noch in der Planungsphase stünde.

Zugegeben: i4is Vorwürfe klingen konkret und nicht aus der Luft gegriffen. Aber es gibt eine Frage bei der ganzen Erklärung: Warum ist das kanadische Unternehmen damit nicht schon in erster Instanz gekommen? Aus taktischen Gründen? Weil man dann alle Karten auf den Tisch gepackt hätte? Microsoft hätte in seiner Berufung eben diese Punkte in der Luft zerreißen können, wenn man schon in erster Instanz diese Punkte angesprochen hätte. Welches Ass haben die Redmonder noch im Ärmel? Irgendwas muss jetzt jedenfalls kommen, ansonsten ist nach aktuellem Stand die Patentrechtsverletzung relativ eindeutig. Relativ deshalb, weil es Microsoft zwischendurch immer wieder gestattet wurde, eigene Patente unter Verwendung des strittigen i4i-Patents anzumelden. Ein Argument, was wieder für die Redmonder spricht. Wenn die Verhandlungen, Beweise und Gegenbeweise nun solange hin- und hergeschoben werden, bis eine der Parteien das Geld für Anwalts- und Gerichtskosten zu schade wird, dürfte Microsoft am längeren Hebel sitzen… Nur sitzt die Zeit dem Unternehmen im Nacken: Office 2010 soll fertig werden und dafür wird die umstrittene XML-Funktion gebraucht.

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1 Kommentare

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1. Windows7-Vista schrieb am 11. September 2009 um 11:17

Die “Firma i4i” hat echt einen Knall, es ist nicht einfach das Format aus Word zu entfernen.
Dann können sie auch gleich Sun wegen Openoffice und Apple wegen “iWork” verklagen. i4i sollte echt dicht machen. Ich werde mir aber trozdem Microsoft Office weiter kaufen.

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