Microsoft gibt ein Statement zur Europäischen Kommission

7. Oktober 2009 - Von Bianca in Entwicklung, Internet Explorer 7, Internet Explorer 8, News, Software, Unternehmen, Windows 7 | Beitrag Seperat Öffnen

In einer Pressemitteilung gibt Microsoft ein Statement zur Entscheidung der Europäischen Kommission (EK) in Bezug auf Windows 7 in Europa ab. Darin begrüßt Microsoft die Entscheidung der EK, die Auswahl mehrerer Browser in Windows 7 testen zu wollen. In den vergangenen Monaten sei viel diskutiert worden - zwischen Microsoft, Kunden, Geschäftspartnern und der EK.

Innerhalb der Diskussionen mit der EK sei man übereingekommen, einige Änderungen vorzunehmen, um die “Wettbewerbssorgen in Europa” beizulegen. Zunächst wurde heute der Punkt der Einbindung des Internet Explorers (IE) in das Betriebssystem Windows 7 diskutiert und wie das innerhalb Europas funktionieren könnte. Es wird weiterhin so sein, dass jeder PC-Hersteller selbst entscheiden kann, welchen Browser er auf seinen Rechner installiert und welchen er zum Standard-Browser ernennt. Sowohl PC-Hersteller als auch Anwender werden den Internet Explorer benutzen, ihn verwenden oder links liegen lassen können.

Es könnte beschlossen werden, dass innerhalb der kommenden fünf Jahre jeder PC-Anwender, der sich für Microsofts Betriebssystem entscheidet, aus dem Abstimmungs-Screen seinen Browser wählen kann. Dieser Abstimmungs-Screen soll automatisch angezeigt werden. Der Internet Explorer könne, betont Microsoft in der Pressemitteilung, sogar total ausgeschaltet werden, was allerdings wenig Sinn machen würde, denn auch wenn der IE auf dem Rechner bleibt, kann ein anderer Browser als Standard eingerichtet werden.

Die EK wird noch prüfen und voraussichtlich die eben beschriebene Entscheidung annehmen. Innerhalb der nächsten fünf Jahre wäre dieses Verfahren für Microsoft in Europa dann rechtsverbindlich. Nach den Diskussionen zwischen oben erwähnten Parteien knüpfte die EK als Bedingung an die Einigung, dass einige Änderungen vorgenommen werden müssen, als da beispielsweise wären:

  • Sicherstellen, dass konkurrierende Browser schnell und leicht heruntergeladen werden können
  • Auf der Taskbar müssen der IE und die anderen Browser Icons sichtbar werden
  • Verbraucherfreundlichkeit beim Auswahl-Bildschirm herstellen, indem einführende Informationen hinterlegt werden, das Design des Abstimmungs-Screens gut wird und ein Feature für den User hinterlegen, mit dem er seine erste Browser-Entscheidung später wieder rückgängig machen kann, wenn er das will
  • Auf dem Abstimmungsbildschirm darf der IE nicht als erster Browser auftauchen; die fünf beliebtesten Browser müssen in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet werden (insgesamt sollen 12 Browser zur Auswahl stehen; am liebsten wäre es der EK, wenn es ab dem sechsten Browser wieder alphabetisch sortiert wird)

Microsoft dazu: “Wie wir schon einmal gesagt haben, erfordern die beschriebenen Maßnahmen bedeutsame Änderung. Wir glauben, dass dies wichtige Maßnahmen sind, die wir ergreifen sollten, um die Wettbewerbsrechtssorgen der Kommission zu lösen.” Zwar habe die EK ihre endgültige Entscheidung noch immer nicht mitgeteilt, aber Microsoft ist zuversichtlich, dass der Abstimmungsscreen kommen wird, wenn der Redmonder die geforderten Änderungen durchzieht.

Sieht wirklich danach aus, als käme Windows 7 mit einem Abstimmungsbildschirm für 12 verschiedene Browser. Werft doch mal bitte einen Blick in die Zukunft: Wird die Option, bei Installation vom Betriebssystem einen Wunsch-Browser auszuwählen, die Marktanteile innerhalb Europas großartig durcheinander wirbeln? Wird der treue IE-Nutzer zum fuchsigen Mozilla-Fan? Und wird Opera, das Unternehmen, welches den Streit überhaupt erst angezettelt hatte, auch nur einen Prozent mehr Marktanteil dadurch bekommen? Oder sieht es für Opera nicht eher so aus, dass diese Aktion dem Image mehr geschadet hat, als ein Abstimmungsbildschirm letztendlich wieder einbringen kann?

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2 Kommentare

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1. Peter schrieb am 07. Oktober 2009 um 20:34

Die 4 Punkte zur Änderung sind doch witzlos,
all dies ist doch jetzt schon möglich. Die EK kümmert sich um Sachen, die niemandem helfen, sondern nur massig Geld kosten unf Unruhe stiften.
Nun kann Microsoft klagen und verlangen, das Linux bei der Installation den IE mit anbietet, das Office drauf läuft oder oder oder…..

2. Blindsnake schrieb am 09. Oktober 2009 um 19:49

Kann Peter nur zustimmen. Das ist eine völlig nutzlose Geld- und Zeitverschwendung. Es zeigt nur, dass die Leute dort keine Ahnung haben.
Selbst wenn ein ahnungsloser “nur” User vor dem PC sitzt, wird er aller Wahrscheinlichkeit nach nur den IE installieren, da er Ihn kennt.
Alle anderen hatte seit Jahren eine andere Wahl. In Zeiten von Terrabytes dürfte ja wohl auch der evtl. verschwendete Festplattenplatz keine Rolle spielen ;)

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