14. Januar 2010 - Von Bianca in Software, Unternehmen | Beitrag Seperat Öffnen
Im Jahre 2009 hatte Microsoft viel von sich reden gemacht - oft positiv, im Falle Windows Mobile aber äußerst negativ. Seit etwa Mitte 2007 hinkt der Redmonder mit seinem mobilen Betriebssystem weit hinter der Konkurrenz: Apple, RIM, Palm, Google & Co. sind davon gelaufen. Als dann Windows Mobile 6.5 im Oktober 2009 in der finalen Version veröffentlicht wurde, hagelte es Kritik von Anwendern, Entwicklern und Analysten: Microsoft soll entweder aufholen oder ganz vom Mobile-OS-Markt verschwinden - so ließen sich die Reaktionen zusammenfassen. Mehr als einmal stellte sich die Frage: Kann der Redmonder Softwareriese Windows Mobile noch retten?
Darüber hat sich winsupersite.com Gedanken gemacht und meint, dass Windows Mobile nicht nur zu retten wäre, sondern dass Microsoft sogar schon konkrete Planungen in petto habe. Um das nachvollziehen zu können, sei aber ein Blick hinter die Kulissen vonnöten: Die Abteilung Windows Mobile unterlag im vergangenen Jahr starken Reglementierungen und einer Umstrukturierung, die noch immer anhält. Dasselbe also, wie einst in der Windows-Abteilung geschehen war - als Folge dessen entstand Windows 7.
Reglementierungen sind allerdings eine harte Angelegenheit: Zum einen ist Verständnis für die Gründe gefragt, zum anderen müssen die neuen Maßnahmen auch umgesetzt werden. Das Verständnis im hausinternen Bereich Windows Mobile sollte damit ankommen, dass die Mitbewerber mehr als nur einen Schritt voraus sind. Bleibt noch die Umsetzung der Maßnahmen. Und hier stellte sich auch die zeitliche Komponente in den Weg: Microsofts Partner warteten mit neuen Handymodellen auf, die ein Betriebssystem zur Veröffentlichung brauchten. Also wurde Windows Mobile 6.5 als Zwischenschritt eingeschoben - und zwar so, dass die Handypartner - und damit auch Microsoft - das Weihnachtsgeschäft noch mitnehmen konnten. Microsoft hat also das veröffentlicht, was in der kurzen Zwischenzeit machbar war - Windows Mobile 6.5 war aber zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht fertig. Das OS enthielt nicht alle Komponenten, die es enthalten sollte.
Es fehlten noch einige Updates, die aber im zweiten Quartal 2010 erscheinen sollen und damit ein neues Windows Mobile 6.5 erscheinen lassen. Also zumindest eine etwas komplettere Version des Betriebssystems. Das erste Update wird mit dem Smartphone HTC HD2 veröffentlicht; ein Handy mit riesigem Touchsreen. Kapazitive Touchscreens hat Windows Mobile bislang nicht unterstützt, wobei sie viel einfacher zu verwenden sind als resistive Touchscreens, die Windows Mobile 6.5 in seiner bisherigen Version unterstützt. Resistive Touchscreens brauchen in der Regel mehr Druck und mehr Präzision - häufig ist die Eingabe nicht so genau und damit fehlerhaft. Ab Erscheinen des HTC-Smartphones wird Windows Mobile 6.5 auch kapazitive Touchscreens unterstützen.
Das zweite Update, welches Microsoft auf der CES in Las Vegas, die zwischen dem 07. und 10. Januar stattfand, ankündigte, betrifft das zweite große Manko von Windows Mobile 6.5: Das User Interface wird touch-freundlicher gemacht. Es ist bislang darauf ausgelegt, mit dem Stylus punktgenau treffen zu können, nun soll es fingerfreundlicher werden. Auf winsupersite.com steht etwas Erstaunliches zum UI: Es wurde in den 90ern für den PocketPC und Windows CE Geräte entwickelt - und heute in Windows Mobile 6.5 verwendet! Dieses alte, verbrauchte UI soll mit einem fingerfreundlichen ersetzt werden - heißt: Neue Buttons und ein neues Menü werden in 2010 in Windows Mobile 6.5 zu finden sein. Wenngleich die Aufholjagt mit Apple, Google, Palm und so weiter damit definitiv noch nicht vorbei sein dürfte, klingt das doch nach einem Schritt in die richtige Richtung: Vorwärts geht’s.
Aber: Die Konkurrenz schläft nicht. Es ist davon auszugehen, dass auch die Mitbewerber, die ohnehin voraus sind, in diesem Jahr mindestens Updates, wenn nicht sogar neue Versionen ihrer Betriebssysteme auf den Markt schmeißen. Viele Details über Windows Mobile 7 sind noch nicht an die Oberfläche gedrungen, allerdings will Microsoft schon einen Teil des Schleiers lüften: Einmal soll es Neuigkeiten geben, wenn im Februar der Mobile World Congress in Barcelona stattfindet, dann sollen im März bei der MIX’10 conference in Las Vegas weitere technische Details bekannt werden. Dass auch andere Anbieter den Mobile World Congress nicht ungenutzt lassen werden, versteht sich.
Die Erwartungen an Windows Mobile 7 sind extrem hoch. Momentan kann man davon ausgehen, dass die finale Version des kommenden mobilen OS Ende 2010 erscheinen wird. Mit dem OS werden mit Sicherheit auch einige neue Smartphone-Modelle erscheinen; wie schon das kommende HTC inklusive einem Update von Windows Mobile 6.5. Der Hintergrund klingt logisch: Es macht für Microsoft natürlich mehr Sinn, ein Handy inklusive OS zu verkaufen, als ein kostenloses oder günstiges Software-Update auszugeben.
Neben der Software ging Microsoft verstärkt auch die Hardware an, was das Unternehmen wohl auch noch ausbauen wird: Mit eigenem Branding werden wohl immer mehr Smartphones aus dem Hause Microsoft an den Start gehen - ähnlich wie es Google jetzt mit dem Nexus One gemacht hat. Robbie Bach, Microsoft Entertainment and Devices Division President sagt zu dem Thema: “Wir haben uns zu sehr darauf fokussiert, wie viele Geräte wir haben könnten, aber nicht sichergestellt, dass die Grundqualität dieser Geräte hoch ist. Damit gehört es zu den Dingen, an denen wir mit unseren Partnern arbeiten, die Geräte zu einer angenehmen Erfahrung zu machen, sodass diese gut arbeiten und das ist die Basis, mit der wir anfangen, um uns dann zu festigen.”
Windows 7 ist bislang noch ein großes Geheimnis, aber 2010 kann für den mobilen Markt für Microsoft sehr wichtig werden. Entweder das Unternehmen findet den Anschluss oder das war es im Handymarkt. Das Resümee von winsupersite.com: “Das erste Mal seit langem habe ich das Gefühl, dass Windows Mobile eine Chance hat. Ich kann es nicht erwarten, zu sehen, was als nächstes passiert.”
Das Problem an der Sache ist aber, dass es nicht reicht, den aktuellen Stand der Konkurrenz einzuholen, denn diese wird sich weiterentwickeln und damit wieder voraus sein. Was denkt ihr: Wie realistisch ist die Chance von Microsoft, in diesem Jahr aufschließen zu können? Oder gar einen Schritt voraus zu sein? Was müsste der Redmonder dafür tun?
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schrieb am 15. Januar 2010 um 10:58Ich denke die Komplexität bei den mobilen Betriebssystem ist noch überschaubar, da kann Microsoft mit dem richtigen Ressourceneinsatz locker noch eine Überraschung hinlegen. Im Gegensatz zum PC, hat der Normal-Anwender beim Handy (abgesehen von den apple jüngern) auch keine große Präferenz..
Es scheint wohl erst 2011 soweit zu sein ->
http://www.heise.de/mobil/meldung/Bericht-Windows-Mobile-7-kommt-erst-2011-905277.html
oooops, zu früh abgeschickt (sorry)
Sollte das tatsächlich der Fall sein, dann kann MS sich IMHO aus dem MobileOS-Markt endgültig verabschieden …
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1. Andrew schrieb am 14. Januar 2010 um 14:04
Wenn Microsoft sich in diesem Jahr aufschließen kann (was ich glaube und hoffe) dannn kann MS in 1-2 Jahren auch der Konkurrenz ein paar Schritte vorraus sein.
Das wichtige ist mal das MS diese Jahr nich zur Konkorrenz aufschließen kann.
Denn wenn sie das nicht schaffen dann wird es sehr schwierig für MS.
Ich habe selbst MS Mobile 6.5 und der Touchscreen reagiert viel schneller als bie 6.1.
Und viele coole Anwendungs idn auch dabei.
Ich freue mich schon wenn die FINAL version mit den updates daraußen sind.
denn die 6.1 auf dem Omina war nicht wirklich der HIt.
Aber mit 6.5 hat MS wirklich was gutes für mein Omnia getan.